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Diese einfache Angewohnheit beim Autofahren spart sofort Kraftstoff.

Silberner Sportwagen in einem modernen Ausstellungsraum, mit Pflanzen und einem Sessel im Hintergrund.

Coincé in der Schlange vor einer Tankstelle an einem Montagmorgen sieht man auf dem Display, wie der Kraftstoffpreis nach oben klettert.

Man rechnet im Kopf aus, was diese Tankfüllung kosten wird, und spürt, wie ein leichter Ärger hochkommt – eher kühl. Das Auto nebenan lässt den Motor laufen, Fuß auf der Bremse, ohne sich auch nur einen Zentimeter zu bewegen.

Der Fahrer tippt auf seinem Handy, Klimaanlage auf Anschlag, Musik im Hintergrund. Er verbrennt im Stand buchstäblich Geld, ohne es überhaupt zu merken. Zwei Autos weiter macht ein anderer Fahrer alles aus, wartet ruhig und startet dann im Schritttempo wieder.

Am Monatsende zeigen diese zwei Arten zu „warten“ nicht dieselbe Zahl an der Zapfsäule. Der Unterschied fällt nicht an einem Tag auf. Man sieht ihn über 1.000 km. Und diese einfache Geste verändert viel mehr, als man denkt.

Diese eine Gewohnheit, die sofort Sprit spart: Motor im Stand ausschalten

Die meisten Leute denken, ein Auto verbraucht vor allem auf der Autobahn – schwerer Fuß, hohe Geschwindigkeit. In Wahrheit spielt sich ein Teil der Verschwendung im Stand ab: auf Parkplätzen, vor der Schule oder in der Drive‑In‑Schlange. Der Motor läuft, das Auto bewegt sich nicht – und der Kraftstoff verschwindet lautlos.

Wir alle kennen diesen Moment: Man wartet auf jemanden „nur zwei Minuten“, die sich in zehn verwandeln. Der Reflex ist, den Motor laufen zu lassen – für die Klimaanlage, das Radio oder weil man denkt, Neustarten „frisst mehr Sprit“. Spoiler: Das stimmt nicht. Den Motor bei mehr als 10 Sekunden Stillstand auszuschalten, spart bereits.

Hier steckt die einfache, sofort wirksame „Wundergewohnheit“: nicht im Stand laufen lassen. Den Motor konsequent ausschalten, sobald der Halt länger als ein paar Sekunden dauert. Nichts installieren, nichts kaufen – nur eine Bewegung. Und die Zahlen dahinter sind ziemlich deutlich.

Bei laufendem Motor im Stand liegt der Verbrauch oft zwischen 0,6 und 1 Liter pro Stunde, manchmal mehr bei großen Benzinmotoren oder modernen Dieseln mit vielen elektrischen Verbrauchern. Das heißt: 15 Minuten Telefonieren im Stand mit laufendem Motor entsprechen grob 0,15 bis 0,25 Liter – ohne auch nur einen Meter zu fahren.

Im Monat können das – zwischen Stau, Abholen an der Schule, Lieferstopps, Drive‑In‑Warten – schnell 3 bis 5 Liter sein, die einfach verpuffen. Übers Jahr verschwenden manche Autofahrer allein durchs Stehenlassen des Motors einen halben Tank. Studien aus Europa und Nordamerika zeigen: Wer das Leerlaufenlassen pro Fahrt nur um ein paar Minuten reduziert, kann die Jahreskosten um mehrere Dutzend Euro senken.

Umgekehrt kostet das Ausschalten während eines Stopps sehr wenig. Tests von Energieagenturen zeigen, dass das Starten eines modernen Motors weniger Kraftstoff braucht als 10 Sekunden Warten im Stand. Genau deshalb sind „Start‑Stopp“-Systeme in neueren Autos so verbreitet: Sie machen diese Geste automatisch – nicht für die Optik im Prospekt, sondern weil es wirkt.

So nutzt du die „Nicht‑im‑Stand‑laufenlassen“-Gewohnheit jeden Tag

Die Methode passt in eine einfache Regel: ab 10 Sekunden Stillstand: aus. Stau, der komplett steht, blockierte Mautschranke, Abholen an der Schule, Bahnübergang, Parkplatz in zweiter Reihe, um jemanden einzusammeln: Zündung aus oder Start‑Stopp‑Knopf – und durchatmen. Moderne Fahrzeuge verkraften häufiges Neustarten sehr gut.

Damit es natürlich wird, muss man es antizipieren. Wenn du eine lange rote Ampel mit Countdown siehst, einen Bahnübergang, einen Stau, der auf Waze als „steht“ angezeigt wird: Stell dich darauf ein auszuschalten. Leerlauf rein, Handbremse bei Bedarf, dann Motor aus. Wenn die Schlange wieder anrollt: Schlüssel drehen oder Knopf drücken – und ohne Stress mitfließen.

Autos mit Start‑Stopp übernehmen schon einen Teil, aber die Gewohnheit bleibt nützlich. Bei großer Kälte, starker Hitze oder einer schwachen Batterie schalten sich diese Systeme manchmal ab. Dann übernimmt dein Fahrreflex. Du behältst deinen Verbrauch im Griff.

Natürlich ist nicht alles schwarz‑weiß. Bei eisigem Wetter, wenn Ausschalten bedeutet, dass die Scheibe sofort wieder anfriert, ist das nicht wirklich realistisch. Ehrlich: Niemand macht das jeden Tag, bei jedem Halt, unter allen Bedingungen. Ziel ist, unnötiges Leerlaufenlassen zu reduzieren – nicht zum Asketen der Sparsamkeit zu werden.

Es gibt auch hartnäckige Ängste: Viele fürchten Verschleiß am Anlasser oder an der Batterie. Bei Autos aus den 90ern war die Frage berechtigter. Bei aktuellen Modellen sind Elektrik und Komponenten auf häufiges Starten ausgelegt. Der häufige Fehler ist, den Motor laufen zu lassen, um „die Technik zu schonen“, obwohl das Gegenteil zutrifft: Ein Motor, der ohne Last läuft, arbeitet nicht in seinem idealen Bereich.

Am leichtesten hält man die Gewohnheit, wenn man sie an einen visuellen Auslöser koppelt: eine lange rote Ampel, ein Schild „Achtung, Bahnübergang“, eine Schlange, die sich nicht mehr bewegt. Einfach denken: „Wenn das länger als zwei Atemzüge dauert, mache ich aus.“ Mit der Zeit wird es automatisch – fast unbewusst.

„Seitdem ich den Motor konsequent ausmache, sobald es sich zieht, habe ich pro Tankfüllung fast 80 km Reichweite gewonnen. Anfangs habe ich es kaum geglaubt. Jetzt wirkt es einfach logisch.“

Um die Wirkung greifbar zu machen, hier ein paar einfache Anhaltspunkte:

  • 10 Minuten Leerlauf pro Tag zu vermeiden bedeutet fast 60 Stunden pro Jahr, in denen der Motor nicht sinnlos läuft.
  • In diesen 60 Stunden sind je nach Auto schnell 30 bis 50 Liter Kraftstoff eingespart.
  • Bei 1,80 € pro Liter kann das bis zu 90 € im Jahr sein – für eine Geste, die eine Sekunde dauert.
  • Weniger Lärm im Stand verändert auch das Gefühl im Auto: Man merkt, dass man im Stau ruhiger bleibt.
  • Und rund um Schule oder Innenhof heißt Motor aus: weniger Abgase für alle, die draußen stehen und atmen.

Jenseits der Zapfsäule: wie diese Gewohnheit die Art zu fahren verändert

Etwas Merkwürdiges passiert, wenn man anfängt, den Motor bei längeren Stopps auszuschalten. Man wird aufmerksamer für alles, was das Auto macht: Geräusche, Vibrationen, den Geruch von Abgasen in einer engen Gasse. Man erlebt Fahren nicht mehr als einen durchgehenden Fluss, sondern als Abfolge: fahren, anhalten, weiterfahren.

Diese Aufteilung verändert auch das Zeitgefühl. Man ist nicht mehr in dieser passiven Warteschleife – Fuß auf der Bremse, Sekunden ziehen sich. Man schaltet aus, entspannt sich, schaut umher, hört Radio ohne ständiges Dröhnen. Paradoxerweise wirken Staus etwas weniger aggressiv. Man gewinnt Kontrolle über ein Detail zurück, das zuvor „alternativlos“ schien.

Und ohne große Öko‑Reden bekommt diese Mikroentscheidung Gewicht, wenn Tausende sie mitmachen. Ein Schulviertel, in dem 30 % der Eltern beim Warten den Motor ausschalten, klingt anders und riecht anders. Fast banal – und doch verändert es die Atmosphäre, im wörtlichen wie im übertragenen Sinn.

Kernaussage Details Warum das für Leser wichtig ist
Motor nach 10 Sekunden ausschalten Wenn du weißt, dass der Stopp länger als ein oder zwei Atemzüge dauert, Motor aus statt im Leerlauf laufen lassen. Moderne Autos verbrauchen beim Neustart weniger Kraftstoff, als sie in 10 Sekunden Leerlauf verbrennen. Diese eine Gewohnheit kann jeden Monat mehrere Liter sparen, ohne dich auszubremsen oder deine Strecke zu ändern.
„Versteckte“ Leerlauf‑Hotspots anpeilen Fokus auf Abholen vor der Schule, Drive‑Ins, Bahnübergänge und lange rote Ampeln. Dort sammeln sich Minuten, ohne dass man es merkt. Dort zu reduzieren, wo Leerlauf am häufigsten vorkommt, bringt schnelle, sichtbare Ersparnisse und weniger Abgase dort, wo Menschen stehen.
Start‑Stopp nutzen, aber Reflex behalten Wenn dein Auto Start‑Stopp hat, nutzen – aber die manuelle Gewohnheit für Tage behalten, an denen sich das System deaktiviert (extreme Hitze/Kälte oder schwache Batterie). Du nutzt die Technik voll aus und bleibst zugleich in Kontrolle, damit du nicht wieder Sprit verschwendest, wenn die Elektronik pausiert.

FAQ

  • Verbraucht Neustarten wirklich weniger Sprit als Leerlauf? Ja – bei modernen Benzin- und Dieselmotoren. Tests von Energieagenturen zeigen, dass der zusätzliche Kraftstoff fürs Starten geringer ist als das, was der Motor in ungefähr 10 Sekunden Leerlauf verbrennt. Darum haben Hersteller Start‑Stopp-Systeme eingeführt.
  • Schaden häufige Neustarts nicht Anlasser oder Batterie? Bei älteren Autos, die nicht dafür ausgelegt sind, können viele Ein/Aus‑Zyklen den Verschleiß erhöhen. Bei Fahrzeugen der letzten zehn Jahre sind Anlasser, Batterie und Ladesystem meist auf regelmäßige Neustarts ausgelegt – besonders, wenn das Auto bereits Start‑Stopp-Technik hat.
  • Soll ich bei jeder roten Ampel den Motor ausschalten? Nein – konzentriere dich auf die längeren. Wenn der Ampelzyklus sehr kurz ist oder der Verkehr langsam weiterrollt, ergibt es weniger Sinn. Nutze die Gewohnheit für Situationen, in denen du klar länger als ein paar Sekunden stehen wirst.
  • Ist Leerlauf wirklich so schlecht für den Verbrauch? Ein typisches Auto verbrennt im Stand etwa 0,6–1 Liter pro Stunde, manchmal mehr. Über Dutzende kurze Stopps pro Woche summiert sich das zu überraschend viel verschwendetem Kraftstoff, der das Auto keinen Zentimeter bewegt.
  • Was ist mit Klimaanlage an heißen Tagen? Komfort zählt, besonders mit Kindern oder älteren Mitfahrern. Du kannst das Leerlaufenlassen reduzieren, indem du den Motor ausschaltest, wenn der Innenraum bereits kühl ist, im Schatten kurz die Fenster öffnest oder lieber kurze „Motor‑an“-Phasen nutzt statt eines langen, durchgehenden Leerlaufs.

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