Draußen färbt sich der Himmel orange, dieses seltsame Winterlicht, das alles kälter aussehen lässt, als es ist. Drinnen summt der Heizkörper leise und kämpft gegen die Kälte, die durch das Glas hereinkriecht.
Sie überlegt: die Rollläden jetzt runterlassen – oder warten, bis es wirklich dunkel ist? Sie hat ihre Nachbarin davon reden hören, man könne allein mit dem richtigen Timing „bis zu ein Viertel“ Heizkosten sparen. Klingt ein bisschen magisch, ein bisschen übertrieben … und doch liegt ihre letzte Energierechnung noch auf dem Küchentisch wie ein stiller Vorwurf.
Auf der Straße gehen die Rollläden einer nach dem anderen herunter, eine Art tägliche Choreografie aus Lamellen und Scharnieren. Niemand spricht darüber, aber heimlich versucht jeder irgendetwas, um diese Zahlen auf der Rechnung kleiner zu machen.
Sie drückt den Griff nach unten. Der Raum verändert sich sofort.
Sie ahnt nicht, dass sie gerade eine der günstigsten Energie-Entscheidungen ihres ganzen Winters getroffen hat.
Warum der Zeitpunkt, an dem du die Rollläden schließt, deine Rechnung verändert
Die meisten denken bei Rollläden an Privatsphäre – oder daran, Lärm und frühes Morgenlicht abzuhalten. Doch im Winter sind sie im Grunde riesige, faltbare Pullover für deine Fenster. Schließt du sie zu spät, ist deine Heizwärme schon seit Stunden durchs Glas entwischt. Schließt du sie zu früh, verpasst du die kostenlose Wärme, die die Sonne dir geben wollte.
Dieses kleine Zeitfenster zwischen „Die Sonne wärmt den Raum nicht mehr“ und „Die Nachtkälte bricht herein“ entscheidet darüber, ob du Geld sparst oder verlierst. Das Problem: Niemand bekommt eine Push-Nachricht mit „Jetzt ist der kluge Moment, die Rollläden zu schließen.“
Also improvisieren wir. Und unsere Heizkosten zahlen den Preis.
In Frankreich wiederholt die ADEME (die nationale Energieagentur) seit Jahren: Rund 10 bis 15 % der Wärme in schlecht gedämmten Wohnungen entweichen über die Fenster. Bei dünner Verglasung und undichten Rahmen kann es noch deutlich mehr sein. Rollläden wirken wie eine zusätzliche Barriere – so, als würdest du eine extra Tür vor die Kaltluft setzen.
Einige Haushalte, die sich die einfache Gewohnheit „Tagsüber Sonne rein, in der Dämmerung Rollläden runter“ angewöhnt haben, berichten von Einsparungen zwischen 5 und 25 % beim Heizverbrauch. Nicht mit Smart-Thermostaten oder schicken vernetzten Ventilen – nur mit Rollläden. Es klingt zu einfach, bis man eine simple Wahrheit betrachtet: Glas ist wirklich schlecht darin, Wärme drinnen zu halten.
Denk an all die Abende, an denen das Wohnzimmer langsam auskühlte, während die Rollläden noch offen waren „weil es ja noch nicht Nacht ist“. Diese Lücke zwischen Gewohnheit und Realität ist der Ort, an dem dein Geld leise davonschwebt.
Aus physikalischer Sicht ist ein Fenster einer der schwächsten thermischen Punkte eines Hauses. Selbst mit Doppelverglasung gibt es einen großen Unterschied zwischen einer nackten Scheibe und einer Scheibe, die durch geschlossene Rollläden und zugezogene Vorhänge abgeschirmt ist. Die Luft, die zwischen Fenster und Rollladen eingeschlossen wird, wirkt ein bisschen wie eine Decke: eine ruhende Schicht, die den Wärmeverlust bremst.
Wenn die Sonne aufs Glas trifft, liefert sie passive Wärmegewinne. Dein Heizkörper kann ein wenig pausieren. Sobald die Sonne hinter Gebäuden oder Hügeln verschwindet, ändert sich das Spiel. Dasselbe Glas, das zuvor Wärme hereingelassen hat, wird nun zu einer kalten Platte, die Kälte in den Raum abstrahlt. Die Heizung muss mehr leisten – leise, ohne Drama, einfach durch längere Laufzeit oder höhere Leistung.
Die Einsparung entsteht, indem du diese Phase „Glas als kalte Platte“ so früh wie möglich abschneidest. Schließt du direkt nach dem letzten nützlichen Sonnenstrahl, sperrst du die Tageswärme ein – wie beim Zudrehen einer Thermoskanne.
Das perfekte Timing: ein einfaches Abendritual, das wirklich funktioniert
Es gibt keine universelle Uhrzeit, kein magisches „18:32“, das für alle passt. Der perfekte Moment hängt davon ab, wo du wohnst, wie die Räume ausgerichtet sind und welche Jahreszeit gerade ist. Eine einfache Regel funktioniert erstaunlich gut: Schließe die Rollläden, wenn das Tageslicht den Raum, in dem du bist, nicht mehr wärmt. Nicht dann, wenn die Sonne am Himmel verschwindet – sondern wenn du merkst, dass Helligkeit nicht mehr mit echter Wärme einhergeht.
Du kannst es an einem Abend testen. Setz dich gegen Ende des Nachmittags ans Fenster. Fass das Glas an. Wenn es von „mild oder leicht warm“ zu „kühl oder richtig kalt“ wechselt, ist das dein Signal. Ab da werden deine Rollläden zu einem Spar-Werkzeug statt zu einer Angewohnheit, die du von deinen Eltern übernommen hast.
An einem sonnigen Wintertag kann dieser Moment etwa 30–60 Minuten vor völliger Dunkelheit liegen. An einem grauen Tag ist es früher. Manche stellen sich sogar für die Saison einen groben Handy-Alarm und schieben ihn je nach Wetter um ein paar Minuten. Nichts Hightech. Nur Aufmerksamkeit.
In einer kleinen Straße in Lyon begann ein pensioniertes Paar, nach einem Gespräch mit ihrer Tochter, die als Energieberaterin arbeitet, die Rollläden „beim ersten kalten Glasgefühl“ zu schließen. Im ersten Jahr änderten sie sonst nichts: gleicher Kessel, gleiches Thermostat, gleiche Gewohnheiten. Die einzige Anpassung waren die Rollläden – und an den kältesten Tagen direkt danach dicke Vorhänge.
Beim Vergleich ihres Gasverbrauchs mit dem Vorjahr war der Unterschied klar: über die Heizsaison hinweg rund 18 % weniger. Sie lebten nicht plötzlich im Dunkeln; sie hörten nur auf, die Nachbarschaft zu heizen, indem sie die Scheiben blank ließen, sobald sie eisig wurden.
Sie begannen Muster zu erkennen. Das nach Süden gerichtete Wohnzimmer konnte etwas länger warten. Das nach Norden gerichtete Schlafzimmer brauchte die Rollläden früher – besonders an windigen Tagen. Sie machten sogar ein Spiel daraus: Wer erinnert sich in welchem Raum an den richtigen Moment?
So wird aus einer langweiligen Geste wie „Rollläden schließen“ leise eine Mini-Strategie gegen steigende Preise.
Technisch gesehen reduzieren Rollläden Wärmeverluste, indem sie Konvektion und Strahlung begrenzen. Die Außenluft – besonders bei Wind – „spült“ das Glas nicht mehr so stark. Die Kälte bleibt auf Abstand, in diesem dünnen Luftpolster zwischen Rollladen und Scheibe. Innen kommt die warme Raumluft weniger direkt an eine sehr kalte Oberfläche, sodass du weniger Zugluft und weniger „Kältestrahlung“ spürst, wenn du am Fenster sitzt.
Dazu kommt ein psychologischer Bonus: Ein Raum mit geschlossenen Rollläden und zugezogenen Vorhängen fühlt sich sofort behaglicher an. Oft akzeptierst du dann eine etwas niedrigere Thermostat-Einstellung, weil der Raum weniger „hart“ wirkt. Eine Absenkung um nur 1 °C im ganzen Zuhause kann laut mehreren europäischen Studien rund 7 % Heizenergie sparen.
Das perfekte Timing ist also physikalisch – aber auch mental. Du schließt nicht nur Lamellen. Du sagst deinem Gehirn: Der Tag ist vorbei, die Wärme bleibt jetzt drin.
So optimierst du deine Rollladen-Gewohnheit für echte Einsparungen
Die effektivste Methode ist fast langweilig einfach: Tagsüber Licht und Sonne reinlassen; beim ersten echten Kältegefühl schließen. Nachts die Wärme einschließen, als wäre dein Zuhause eine Thermoskanne. Starte mit den Räumen, die du am meisten heizt – Wohnzimmer, Kinderzimmer, Homeoffice – und kümmere dich erst danach um Nebenräume.
Wenn du unterschiedliche Ausrichtungen hast, denke in Zonen. Ostzimmer brauchen die Rollläden früher am Nachmittag, weil ihre Sonne als Erste weg ist. Westzimmer können oft die letzten Strahlen mitnehmen. Nordfenster liefern selten kostenlose Wärme – dort können die Rollläden runter, sobald das Licht nur noch kalt und nutzlos wirkt.
Drei Stellhebel zusammen wirken Wunder: Rollläden zur richtigen Zeit schließen, nachts Vorhänge zuziehen und keine großen Möbel vor Heizkörpern platzieren. Die Kombination fühlt sich oft fast unfair an – gemessen am kleinen Aufwand.
Die klassische Falle ist: „Ich mach’s später, wenn ich vom Sofa aufstehe.“ Spoiler: Später passiert nicht. Seien wir ehrlich: Das macht niemand wirklich jeden Tag. Genau deshalb hilft ein kleines Ritual. Verknüpfe es mit etwas, das du sowieso tust: Wenn du die Lampen einschaltest, schließt du die Rollläden. Wenn du mit dem Abendessen anfängst, kommen im Wohnzimmer die Rollläden runter. Wenn du die Kinder in den Schlafanzug steckst, Rollläden runter im Kinderzimmer.
Ein anderer häufiger Fehler: den ganzen Nachmittag im Halbdunkel zu sitzen, mit halb geschlossenen Rollläden „damit die Kälte draußen bleibt“. So verlierst du kostenloses Tageslicht und kostenlose Sonnenwärme. Lass sie ganz offen, wenn die Sonne aufs Glas trifft – auch wenn die Außenluft eisig ist. Du lässt nicht die Außentemperatur herein; du holst dir Strahlung rein, die Boden, Wände und Möbel erwärmt.
Sei auch nachsichtig mit dir. Du wirst es an manchen Abenden vergessen. Du wirst manchmal zu früh oder zu spät schließen. Das ist okay. Die Einsparungen sind hier kumulativ – nicht perfektionistisch.
„Wir haben nichts Radikales in unserer Wohnung verändert“, sagt Martin, 34, aus Manchester. „Wir haben einfach angefangen, mit unseren Rollläden ein kleines ‘Rennen gegen die Kälte’ zu spielen. Über den Winter hat unser Smart Meter die Geschichte erzählt, bevor wir überhaupt auf die Rechnung geschaut haben: weniger Spitzen nachts, weniger hektisches Nachheizen. Es fühlte sich gut an, weil Energiesparen zum ersten Mal nicht wie Strafe wirkte.“
Praktisch bleibt es, wenn du deine neue Routine als kurze Checkliste siehst, die du fast im Autopilot durchläufst. Hier ein schnelles mentales „Abend-Skript“, dem viele Familien irgendwann folgen, ohne nachzudenken:
- Morgens weit öffnen, um jedes bisschen Tageslicht und Sonnenwärme mitzunehmen.
- Später Nachmittag: Glas anfassen; Rollläden schließen, sobald es deutlich kühl wird.
- Direkt danach Vorhänge zuziehen für eine doppelte Wärmeschicht.
- Thermostat leicht senken, sobald sich der Raum „eingekuschelt“ anfühlt.
- Morgens nach und nach wieder öffnen, damit das Haus „atmen“ und sich resetten kann.
Komfort neu denken: Rollläden als stille Verbündete
An dieser Geste ist etwas fast Altmodisches. Eine Hand am Griff, ein leises Klappern der Lamellen, ein Raum, der in Sekunden von „nach außen“ zu „privat“ wechselt. Und doch steckt hinter diesem Geräusch eine sehr moderne Sorge: wie man warm bleibt, ohne sich abgezockt zu fühlen oder ein schlechtes Gewissen wegen des eigenen Fußabdrucks zu bekommen.
Sobald du mit dem Timing spielst, verschiebt sich dein Komfortgefühl. Du merkst: Wärme ist nicht nur eine Zahl am Thermostat, sondern auch das Ausbleiben von Zugluft an den Knöcheln, das Gefühl einer Wand, die dir nicht kalt in den Rücken strahlt, und das sanfte Licht eines Raums, der vor der Nacht geschützt ist. Deshalb schwören manche, dass sich ihr Zuhause bei 19 °C mit geschlossenen Rollläden besser „anfühlt“ als bei 20 °C mit offenen.
Wir kennen alle diesen Moment, in dem man die Rechnung öffnet und diese Mischung aus Wut, Scham und „Wie kann das überhaupt sein?“ spürt. Rollläden zur richtigen Zeit zu schließen, wird das nicht magisch ausradieren – aber es gibt dir ein kleines Stück Kontrolle zurück. Etwas Konkretes, Wiederholbares, das keine App, keinen Renovierungskredit und keinen neuen Heizkessel braucht.
Spannend ist, wie schnell es ansteckend wird. Gäste merken die Gemütlichkeit. Kinder rennen darum, „derjenige zu sein, der die Rollläden schließt“. Nachbarn fragen, warum dein Wohnzimmer wärmer wirkt, obwohl weniger Heizkörper auf Anschlag laufen. Und nach und nach verändert diese sehr low-tech Geste leise, wie wir zu Hause über Energie nachdenken.
| Kernpunkt | Detail | Nutzen für Leserinnen und Leser |
|---|---|---|
| Timing der Rollläden | Schließen, sobald das Licht nicht mehr wärmt und die Scheibe kalt wird | Wärmeverluste im kritischsten Moment begrenzen |
| Doppelte Barriere | Rollläden + Vorhänge schaffen eine isolierende Luftschicht vor der Scheibe | Mehr Wärmegefühl, Thermostat kann niedriger eingestellt werden |
| Tägliches Ritual | Schließen an einen ohnehin bestehenden Handgriff koppeln (Licht anmachen, Abendessen vorbereiten) | Einsparungen über den ganzen Winter – ohne groß nachzudenken |
FAQ
Kann das Schließen der Rollläden wirklich bis zu 25 % Heizkosten sparen?
In manchen schlecht gedämmten Wohnungen mit großen Fensterflächen zeigen Studien und Praxiserfahrungen Einsparungen zwischen 10 und 25 %, wenn Rollläden und Vorhänge den ganzen Winter über abends strategisch genutzt werden. In gut gedämmten Häusern ist der Effekt meist kleiner, aber oft noch spürbar.Was, wenn ich keine klassischen Rollläden habe?
Dicke Vorhänge, Thermo-Rollos oder auch Jalousien können – richtig eingesetzt – eine ähnliche Rolle spielen. Entscheidend ist, nachts eine ruhige Luftschicht vor dem Glas zu schaffen. In Kombination (Rollo + schwerer Vorhang) kommst du dem Effekt von Rollläden näher.Sollte ich die Rollläden im Winter tagsüber geschlossen lassen?
Nein. Du würdest kostenloses Licht und passive Sonnenwärme verlieren. Am besten: tagsüber öffnen, um jeden Sonnenstrahl mitzunehmen, und dann schließen, sobald das Glas abkühlt und der Himmel den Raum nicht mehr wärmt. Dauerhaft geschlossene Rollläden machen Räume eher feucht und düster.Funktioniert das in Wohnungen genauso wie in Häusern?
Ja. Auch Wohnungen verlieren viel Wärme über Fenster – besonders Eckwohnungen oder obere Stockwerke, die dem Wind stärker ausgesetzt sind. Der Unterschied: Nachbarn und umliegende Gebäude beeinflussen, wie viel Sonne und Kälte du abbekommst.Lohnt es sich, wenn ich schon Doppel- oder Dreifachverglasung habe?
Selbst mit hochwertigen Fenstern gibt es messbare Vorteile beim Komfort und etwas zusätzliche Einsparung – besonders in kalten, windigen Nächten. Doppelverglasung bremst Verluste; Rollläden und Vorhänge bremsen sie weiter und verbessern das Raumgefühl, wodurch man die Zieltemperatur oft etwas senken kann.
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