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Stunden nach Amtsantritt geht Bürgermeister Mamdani gegen Vermieter vor und greift in einen privaten Insolvenzantrag ein.

Eine Gruppe von Menschen steht in einem Büro, während eine Person Dokumente überreicht.

Within hours of taking office, Mayor Zohran Mamdani trat leise in ein privates Insolvenzverfahren ein – und brachte damit das Rathaus auf Kollisionskurs mit einigen der mächtigsten Vermieter der Stadt. Auf der einen Seite: ein komplexes Geflecht aus Schulden, Briefkastenfirmen und einem angeschlagenen Bestand mietregulierter Gebäude. Auf der anderen: ein frisch gewählter Bürgermeister, der sich einen Namen damit gemacht hat, gegen „Immobilienadel“ zu wettern und die Gewichte zugunsten der Mieterinnen und Mieter verschieben zu wollen. In den Gerichtssälen Manhattans ist man Finanzdrama mit hohen Einsätzen gewohnt. Weniger gewohnt ist man, dass ein Bürgermeister in eine eigentlich private Restrukturierung platzt und die Fahne des öffentlichen Interesses schwenkt. Die Botschaft wirkte fast theatralisch – aber die Einsätze waren schmerzhaft real für Tausende Menschen, die einfach nur eine sichere Wohnung wollen, die nicht bei jedem Regen undicht wird. Und dann blickte der Richter auf und stellte eine einfache Frage.

Schon wenige Stunden im Amt – und bereits im Insolvenzgericht

Am frühen Nachmittag des ersten Tages reichte Mamdanis Rechtsteam Unterlagen ein, die einen sonst eher verschlafenen Bereich des Bundesgerichts aufschreckten: das Insolvenzrecht. Kein Banddurchschnitt, kein Fototermin in einer U-Bahn-Station. Stattdessen bestand der Auftakt des neuen Bürgermeisters darin, anzufechten, wie die Schulden eines großen Vermieters behandelt werden – und was das für die Mieterinnen und Mieter bedeutet, die über den Bilanzen leben. Der Schritt wirkte fast unhöflich, als würde man in die Verhandlung anderer hineinspazieren und einen Klappstuhl aufstellen. Die New Yorker Immobilienwelt, gewohnt an diskrete Telefonate und Hinterzimmerdeals, hatte plötzlich einen neuen, sehr öffentlichen Akteur am Tisch.

Im Zentrum des Sturms steht ein Vermieter mit einem Portfolio, das sich über Walk-ups in den Außenbezirken und alternde Gebäude mit Aufzug erstreckt – viele davon mietstabilisiert. Hinter der nach außen sichtbaren Marke liegen Schichten aus LLCs, hypothekenbesicherten Wertpapieren und Private-Equity-Partnern, die darüber streiten, wer den Verlust trägt. Vergraben in diesem Streit: ob renoviert wird, ob die Mieten springen, ob lange ignorierte Reparaturen gegen „Luxus-Upgrades“ und Leerstand eingetauscht werden. An einem feuchten Dienstag stand eine Mieterin aus Queens vor dem Gerichtsgebäude, Wasserflecken auf den Handyfotos, und sagte, sie habe seit Wochen keinen funktionierenden Aufzug gesehen. Für sie ging es nicht um Anleihegläubiger. Es ging um ihren 72-jährigen Vater im sechsten Stock.

Mamdanis Eingriff stellt eine langjährige ungeschriebene Regel der New Yorker Politik infrage: Man kann bei Kundgebungen gegen Vermieter wettern – aber selten watet man in ihre Finanzierung hinein, und schon gar nicht vor einem Bundesgericht. Insolvenz ist normalerweise der ruhige Ort, an dem Deals außerhalb der Öffentlichkeit zusammengenäht werden. Indem der Bürgermeister sofort einstieg, signalisierte er, dass er bereit ist, die Grenze zwischen privatem Vertragsrecht und öffentlicher Verantwortung auszutesten. In der städtischen Eingabe heißt es, dass das Ergebnis einer Insolvenz nicht nur eine Sache der Gläubiger sei, wenn ein Vermieter Tausende Wohnungen kontrolliert; es präge ganze Nachbarschaften – von Schülerzahlen bis zu den Läden an der Ecke. Wenn diese Logik trägt, könnten andere Bürgermeister und Stadträte im ganzen Land „private“ Restrukturierungen, die darüber entscheiden, wer wohnen bleibt und wer nicht, neu bewerten.

Wie ein Bürgermeister tatsächlich in eine „private“ Vermieterinsolvenz hineinfunken kann

Aus der Ferne klingt es fast unmöglich: Ein Bürgermeister platzt in eine Gläubigerversammlung wie ein Spätgeladener. In der Realität ist der Schritt technischer. Die Stadt kann sich als beteiligte Partei melden und argumentieren, sie habe ein Interesse – wegen Bußgeldern aus Bau- und Wohnungskontrollen, Steuerpfandrechten oder schlicht, weil Tausende Bewohnerinnen und Bewohner obdachlos werden könnten, wenn eine Restrukturierung schiefgeht. Darauf stützten sich Mamdanis Anwälte. Sie beantragten beim Richter, gehört zu werden, wenn der Reorganisationsplan Mieter*innenschutz, Miethöhen oder einen möglichen Verkauf von Gebäuden an Käufer mit zweifelhaftem Ruf berührt. Das ist keine umfassende Übernahme. Es ist ein Fuß in der Tür – aber einer, den Vermieter so nicht gewohnt sind.

Mieterorganisationen sagen, das sei juristisch das Äquivalent dazu, in einem Raum das Licht einzuschalten, in dem Deals sonst im Halbdunkel stattfinden. Sie haben Fall um Fall gesehen, wie angeschlagene Häuser unter dem Deckmantel einer „Insolvenzlösung“ in die Hände noch aggressiverer Investoren rutschen. Üblicherweise taucht die Stadt erst auf, wenn es eine Steuerschuld einzutreiben gibt oder wenn Gebäude so vernachlässigt sind, dass Notreparaturen unvermeidbar werden. Mamdanis Strategie dreht die Reihenfolge um: Einmischen, während künftiger Eigentümer und Geschäftsmodell noch verhandelt werden – nicht erst, wenn der Heizkessel schon explodiert ist. Das ist riskant. Richter mögen nicht immer neue Variablen, und große Kreditgeber murmeln bereits über „politische Eingriffe in Märkte“.

Die rechtliche Idee ist relativ einfach: Wohnen ist nicht nur eine Zeile in einer Tabelle, sondern Infrastruktur. Wenn ein Brückenbetreiber insolvent wäre, würde die Stadt mitreden wollen, bevor Fahrspuren gesperrt werden. Warum nicht bei einem Vermieter mit 10.000 Wohnungen? Diese Analogie kursiert leise in Mamdanis Umfeld. Die Stadt verlangt nicht, Schulden zu streichen oder Mieten direkt festzulegen; sie will Leitplanken in der Reorganisation: Grenzen für plötzliche Mietspitzen, verbindliche Reparaturzusagen, vielleicht sogar einen Weg, einzelne Gebäude an Nonprofits oder Community Land Trusts zu übertragen. Kreditgeber fürchten: Wenn ein Bürgermeister einmal zeigt, dass dieses Drehbuch funktioniert, werden Mietergruppen es in jedem Deal um notleidende Immobilien verlangen. Und vermutlich haben sie recht.

Was das für Mieterinnen und Mieter bedeutet – und wie sich Macht bereits verschiebt

Jenseits des Dramas steckt in Mamdanis Vorgehen eine praktische Methode: Er macht aus einer Gerichtsakte einen Hebel. Die Anwälte der Stadt durchforsten Hypothekenunterlagen, Prüfberichte und lange ignorierte Verstöße gegen Bau- und Wohnungsvorschriften, um eine Erzählung aufzubauen, dass die finanzielle Schieflage des Vermieters nicht aus dem Nichts kam. Jahre der Unterinvestition, Mieterhöhungen und aggressiven Refinanzierungen schufen einen fragilen Schulden-Turm. Indem sie dieses Muster vor Gericht dokumentieren, wollen sie den Richter überzeugen, dass jeder neue Plan die Ursache angehen muss – nicht nur neu mischen, wer wann bezahlt wird. Auf dem Papier ist das trockene Arbeit, aber so wird aus „privater“ Misswirtschaft ein öffentliches Argument für strengere Bedingungen bei künftigem Eigentum.

Für Mieterinnen und Mieter, die aus engen Küchen und zugestellten Fluren zuschauen, ist der Rat der Organisatoren schlicht und beinahe altmodisch: alles dokumentieren. Fotos von Lecks aufbewahren, E-Mails sichern, jeden nicht beantworteten Anruf bei der Hausverwaltung protokollieren. Wenn ein Insolvenzrichter fragt, ob Mieter tatsächlich leiden, zählen diese Belege. Gleichzeitig gibt es eine leise Warnung vor zu hohen Erwartungen. Ein einzelner juristischer Eingriff repariert nicht automatisch kaputte Haustechnik und löscht nicht Jahrzehnte spekulativer Investitionen aus. Einige Mieter sind auch misstrauisch – aus Sorge, die Stadt könnte später stärkere Zusagen gegen einen schnellen Deal eintauschen, der auf dem Papier gut aussieht. Seien wir ehrlich: Niemand liest wirklich jeden Tag 300 Seiten eines Restrukturierungsplans.

Wohnungsforscher nennen den Fall bereits einen Test dafür, wie weit Städte gehen können, große Vermieterinsolvenzen als Fragen öffentlicher Steuerung statt privater Pleite zu behandeln. Ein Anwalt aus dem Umfeld der Gespräche brachte es auf den Punkt:

„Wenn man Insolvenz nutzen kann, um eine Bilanz aufzuräumen, sollte man sie auch nutzen können, um Schimmel im Keller zu beseitigen. Darum geht es hier.“

Im Hintergrund soll das Rathaus eine Shortlist „verantwortlicher Käufer“ erstellen – Nonprofits, gemeinwohlorientierte Entwickler, sogar mietergetragene Strukturen –, die einspringen könnten, falls der Richter einen Verkauf unter strengeren Bedingungen ermöglicht. Für Mieterinnen und Mieter verdichten sich die Einsätze auf ein paar Kernfragen:

  • Wird meine Miete nach Abschluss des Verfahrens plötzlich steigen?
  • Wer wird mein Gebäude in einem Jahr tatsächlich besitzen?
  • Werden Reparaturen und Sicherheit endlich nicht verhandelbar?

Eine neue Frontlinie im langen New Yorker Wohnungs-Krieg

Was sich gerade abspielt, geht weniger um einen flamboyanten Schachzug eines Bürgermeisters als um die Frage, wohin Wohnungspolitik als Nächstes steuert. Gewinnt Mamdani auch nur einen Teilerfolg – etwa verbindliche Reparaturfristen im Reorganisationsplan oder die Überführung der schlimmsten Gebäude in öffentliche oder gemeinnützige Hände –, entsteht eine leise, aber starke Vorlage. Andere Städte mit strauchelnden Vermietern und unruhigen Mieterschaften könnten sie kopieren. Wird er vor Gericht abgeblockt oder finden Kreditgeber Wege, künftige Deals über freundlichere Zuständigkeiten zu lenken, könnte das Experiment als warnende Geschichte über die Grenzen lokaler Macht in einem globalen Kapitalmarkt enden. Für New Yorkerinnen und New Yorker, die erlebt haben, wie Bürgermeister mit Wohnungsversprechen Wahlkampf machen und danach auf sichereres Terrain ausweichen, ist das Tempo dieser Aktion die Geschichte. Er wartete nicht, bis die Flitterwochen vorbei waren.

Auch psychologisch verschiebt sich etwas. Vermieter sprechen plötzlich in einem anderen Ton über „Risiko“ – inklusive des Risikos, dass eine Stadtregierung ihre Tabellen ins Scheinwerferlicht zieht. Mieterinnen und Mieter, die sich sonst unsichtbar fühlen, sobald Anwälte und Banker übernehmen, merken, dass ein Insolvenzverfahren mit dem Namen ihres Hauses im Aktenzeichen durchaus eine politische Chance sein kann. Wir alle kennen diesen Moment, in dem man begreift, dass das Meeting, zu dem man nicht eingeladen wurde, genau dort stattfindet, wo über das eigene Schicksal entschieden wird. Diesmal steht die Tür zumindest einen Spalt offen. Die Frage ist nun, ob dieser Spalt zu einer neuen Normalität wird – oder wieder zuschnappt, sobald die Kameras weiterziehen und die nächste Krise kommt.

Die kommenden Monate werden zeigen, wie viel davon Theater und wie viel struktureller Wandel ist. Richter arbeiten langsam, und Kreditgeber überdauern oft Bürgermeister. Doch das Bild eines frisch vereidigten Bürgermeisters, der sich vom traditionellen Siegesrundgang abwendet und stattdessen in ein dichtes, umkämpftes Gerichtsregister einsteigt, wird hängen bleiben. Es ist ein Signal an Mieterinnen und Mieter: Eure Ängste sind nicht nur Wahlkampfparolen, sie sind juristische Argumente mit Belegen und Aktenzeichen. Es ist auch eine Warnung an Vermieter: Eure Bilanz ist womöglich nicht länger eure Privatsache, wenn sie auf Tausenden Mietchecks und Millionen an öffentlichen Subventionen ruht. Irgendwo zwischen diesen beiden Realitäten liegt die Zukunft der Wohnungspolitik in New York – nicht auf einer Bühne, sondern in einem Gerichtssaal, in dem Leben, Mietverträge und Kredite nun dieselbe Akte teilen.

Kernpunkt Detail Relevanz für Leserinnen und Leser
Frühe Intervention des Bürgermeisters Mamdani griff innerhalb von Stunden nach Amtsantritt in die Insolvenz eines großen Vermieters ein Signalisiert einen härteren Kurs gegenüber Vermietern und einen neuen Stil der Wohnungspolitik
Einsatz für Mieter Tausende Mieter in angeschlagenen, oft mietstabilisierten Gebäuden sind direkt betroffen Zeigt, wie scheinbar entfernte Gerichtsverfahren den Wohnalltag prägen
Neue Rechtsstrategie Die Stadt will Beteiligtenstatus, um Mieterschutz und Reparaturzusagen an Reorganisationspläne zu knüpfen Gibt einen Einblick in Instrumente, mit denen andere Städte spekulative Vermieterfinanzierung herausfordern könnten

FAQ

  • Ist es legal, dass ein Bürgermeister in ein privates Insolvenzverfahren eingreift? Der Bürgermeister reicht nicht persönlich etwas ein; die Stadt tritt durch ihre Anwälte als „beteiligte Partei“ auf und argumentiert ein eigenes Interesse wegen Steuern, Bau-/Wohnungskontrolle und der Auswirkungen auf die Bewohner.
  • Kann dieser Eingriff tatsächlich Räumungen oder Mieterhöhungen stoppen? Er kann sie nicht pauschal verbieten, aber er kann das Gericht dazu drängen, Restrukturierung oder Verkauf an Bedingungen zu knüpfen, die plötzliche Mietspitzen begrenzen und grundlegende Bewohnbarkeit verlangen.
  • Schreckt das Vermieter davon ab, in New York zu investieren? Einige Investoren werden laut protestieren; große Fonds verlassen einen Markt so tief wie New York jedoch selten. Wahrscheinlicher ist, dass sie neues politisches Risiko bei der Preisbildung einrechnen.
  • Könnten andere Städte Mamdanis Strategie kopieren? Ja, besonders dort, wo es große Bestände notleidender Mietwohnungen gibt – die Ergebnisse hängen jedoch stark von lokalen Gerichten und dem Landesrecht ab.
  • Was können Mieter tun, wenn ihr Vermieter insolvent geht? Sich organisieren, Zustände dokumentieren, Rechtshilfe kontaktieren und ihre Stadtvertreter drängen, im Verfahren eine Rolle zu beantragen – so wie New York es jetzt testet.

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